In den letzten Jahren haben KI-Systeme begonnen, die menschlichen Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen zu übertreffen, z.B. beim Leseverständnis, beim Sprachverständnis und bei der Bilderkennung. Doch nicht alle Fähigkeiten sind für die KI gleich gut zu beherrschen. Bei den PISA-Tests hat die KI ihre besondere Stärke im Lesen bewiesen, während der Mensch in der Mathematik immer noch die Nase vorn hat – ein faszinierender Kontrast, bei dem der Mensch diesen Systemen immer noch überlegen zu sein scheint.
Diese Unterschiede zwischen menschlichen Fähigkeiten und KI-Fähigkeiten sind auch der nächsten Generation nicht entgangen. Studenten fragen sich bereits, welche Fähigkeiten in einer Welt, in der Maschinen uns in so vielen Bereichen übertreffen können, wirklich wichtig sind. Umfragen zeigen, dass eine große Mehrheit glaubt, dass KI eine entscheidende Rolle in ihrer beruflichen Zukunft spielen wird. Viele sind besorgt, dass KI die akademische Kluft zwischen Gleichaltrigen vergrößern könnte. Einige sind der Meinung, dass ihre Schulen sie gut auf das Zeitalter der KI vorbereiten, während andere weniger zuversichtlich sind, wie gut ihre Lehrer auf den Einsatz von KI im Unterricht vorbereitet sind. Daher ist die Rolle der Schulen und Lehrer bei der Förderung der KI-Kompetenz wichtiger denn je.
In Anerkennung dieser Notwendigkeit sind das AI Literacy (AILit) Framework und die PISA 2029 Media & AI Literacy (MAIL) Bewertung zwei Initiativen, die komplementäre Ansätze bieten und die darauf abzielen, Schüler auf die Chancen und Herausforderungen einer zunehmend von KI beeinflussten Welt vorzubereiten.
Wie hängen der AILit und der PISA 2029 MAIL Frameworks zusammen?
Das AILit Framework wurde als praktisches Toolkit für Lehrer der Primar- und Sekundarstufe entwickelt und vermittelt den Schülern nicht nur technisches Wissen, sondern auch dauerhafte Fähigkeiten und eine zukunftsfähige Denkweise. Das Framework ermutigt die Lernenden, sich mit KI auseinanderzusetzen, neue Ideen zu entwickeln, ihren Einsatz klug zu steuern und sie zu entwerfen – und dabei die Vorteile, Risiken und ethischen Dilemmata von KI zu berücksichtigen.
Der aktuelle Entwurf des AILit Frameworks hebt vier Dimensionen der KI-Kompetenz hervor. Die erste betont den Umgang mit KI zur Erstellung neuer Inhalte, Empfehlungen und Informationen. Die zweite lädt Schüler dazu ein, mit diesen Werkzeugen in kreativen Projekten und bei der Problemlösung zusammenzuarbeiten. Als nächstes geht es darum, bewusst zu entscheiden, wie KI unsere Arbeit und unser Leben ergänzen und verbessern kann. Die letzte Dimension schließlich umfasst die Erforschung der Daten, die hinter den KI-Modellen stehen, und das Treffen durchdachter Entscheidungen während des gesamten Designprozesses.
Das MAIL Assessment zielt darauf ab, die Fähigkeiten zu bewerten, die wir benötigen, um effektiv, ethisch und verantwortungsvoll mit digitalen Inhalten, Medienplattformen und der KI selbst umzugehen – Fähigkeiten, die im digitalen Zeitalter am wichtigsten sind. Vieles von dem, was in der MAIL-Bewertung gemessen wird, stimmt mit den Dimensionen überein, die das AILit Framework entwickeln will. So zielt die MAIL-Bewertung beispielsweise darauf ab, sowohl von Menschen als auch von KI generierte digitale Inhalte kritisch zu beurteilen, die Erstellung mit KI-Systemen zu bewerten und zu beurteilen, wie Studenten KI-Systeme für die Zusammenarbeit und zur Verbesserung der menschlichen Arbeit nutzen. Der nächste Schritt besteht jedoch darin, die Studenten dazu zu ermutigen, tiefer über Trainingsdaten und Designentscheidungen nachzudenken. Dies sind Prozesse, die in einer groß angelegten Bewertung schwieriger zu erfassen sind und daher den Rahmen von MAIL sprengen.
Wie wird die MAIL-Bewertung aussehen?
Jeder Student nimmt an einer einstündigen Reihe von Aufgaben teil, die eine KI-Kompetenz-Komponente enthalten, gefolgt von einer kurzen Umfrage über seine Erfahrungen und Vorstellungen von KI. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Das AILit Framework erwartet von den Lernenden, dass sie beurteilen, ob KI-Ergebnisse akzeptiert, überarbeitet oder abgelehnt werden sollten. In der MAIL-Bewertung werden die Lernenden aufgefordert, die Glaubwürdigkeit, die Voreingenommenheit und den Zweck aller Arten von digitalen Inhalten kritisch zu beurteilen. Genauer gesagt, werden die Schüler bei einer möglichen Aufgabe wie „Kennzeichnen Sie die KI“ herausgefordert, Fälle zu erkennen, in denen Medien von KI erstellt oder manipuliert wurden – und vor allem die Gründe, warum sie dies glauben. Diese Bewertung wird wertvolle Erkenntnisse für politische Entscheidungen liefern, die die Entwicklung dieser grundlegenden Kompetenzen fördern, die für den Erfolg in dieser sich ständig weiterentwickelnden digitalen Landschaft erforderlich sind.
Komplementäre Ansätze
Der technologische Fortschritt schreitet schnell voran. Diese beiden Initiativen bieten jedoch komplementäre Ansätze, um Schüler auf einen verantwortungsvollen Umgang mit KI vorzubereiten und hoffen, künftige Generationen auf die sich entwickelnde Bildungs- und Berufslandschaft vorzubereiten. Um mehr über den PISA 2029 MAIL Assessment Framework zu erfahren, besuchen Sie den folgenden Link: PISA 2029 Media and Artificial Intelligence Literacy | OECD.